Schlüsselübergabe bei Vertragsunterzeichnung

Nebenkosten beim Immobilienkauf realistisch kalkulieren

5. Juli 2026 Lukas Brandt Finanzierung

Bis zu 15% des Kaufpreises können in Deutschland zusätzlich als Nebenkosten anfallen. Dieser Wert überrascht viele Erstkäufer – gerade, weil die einzelnen Posten oft verstreut und nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Zu den klassischen Nebenkosten zählen Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie Maklerprovisionen. Die Grunderwerbsteuer variiert je nach Bundesland zwischen 3,5% und 6,5%. Maklerkosten liegen meist zwischen 3% und 7% des Kaufpreises, wobei sie seit Ende 2020 meist zwischen Käufer und Verkäufer geteilt werden. Notar und Grundbuchamt schlagen gemeinsam etwa mit 1,5% bis 2% zu Buche.

Was gerne übersehen wird: Neben den offensichtlichen Kosten können auch Ausgaben für Gutachten, Renovierungen, neue Möbel, Umzug und Versicherungen den Gesamtbetrag deutlich erhöhen. Gerade bei älteren Immobilien kommen manchmal Modernisierungskosten auf, die nicht immer sofort absehbar sind. Wer sich vorab mit Energieausweisen, Bausubstanz und Sanierungsbedarf beschäftigt, erspart sich später unangenehme Überraschungen. Unser Tipp: Lassen Sie sich sämtliche relevanten Unterlagen zeigen und fragen Sie gezielt nach vergangenen und geplanten Maßnahmen.

Bei der Finanzierungsplanung empfiehlt es sich, einen realistischen Puffer einzurechnen. Banken verlangen meist, dass zumindest die Nebenkosten aus eigenen Mitteln getragen werden. Wer dies unterschätzt, riskiert eine Lücke zwischen verfügbarem Eigenkapital und tatsächlichem Finanzierungsbedarf. Ergebnis: Gründliche Vorbereitung, ehrliche Kostenaufstellung und Beratung durch Fachleute zahlen sich langfristig aus. Beachten Sie, dass zusätzliche Kosten individuell unterschiedlich ausfallen können und es keine allgemeingültige Formel gibt. Ergebnisse können abweichen; vergangene Erfahrungen anderer Käufer garantieren keine identische Entwicklung für Ihre Situation.